Sieht jemand, der nicht sieht, nichts? Blindheit ist für Sehende faszinierend. Und erschreckend. Undunvorstellbar. Wie sehen Blinde die Welt? Wir haben eine Reise durch Europa gemacht. Und ganz unterschiedliche Menschen getroffen. Alle sind blind. Ein Film mit Blinden. Aber er handelt vomSehen. Vom Sichtbaren und Unsichtbaren. Vom Hören, vom Riechen. Von Schönheit und vom Schrecken. Von Träumen. Von der Wahrnehmung der Welt mit allen Sinnen. Ein Film über uns. Überunsere Netzhaut, unsere Wahrnehmung. "Sehende, scheint mir, sehen wirklich nicht sehr viel," sagtJohn Hull in unserem Film. Und lacht. Und erzählt uns eine Traumgeschichte, wild und wüst. AlleBlinden sehen. Aber nicht wie wir. (Absatz) "Augenlied" ist ein Film über den Verlust. Und ein Film über den Reichtum. Ein Reichtum, der -- wie verborgen auch immer -- in uns allen ist. Plötzlich, mitten in Frankfurt, sagt Janis, die blinde Mutter: "Ich rieche den Wind vom Meer." Und John, der Professor aus England, weiß die Antwortauf die Frage: Warum küßt man mit geschlossenen Augen? (Text: Mischka Popp und Thomas Bergmann)