Nur wer Film wirklich einmal erlebt hat, weiß, daß das Entstehen eines solchen reine Teamarbeit ist.Tausende von Menschen warten, bis sie im entscheidenden Moment gebraucht werden. Keineswegs gibt es den Regisseursgott, der sich alles, alles ausgedacht hat. Ein Film wird so präzise geplant wieder Bau eines Automobils -- nur daß es jedesmal ein vollkommen neues Werk ist. Und natürlich istjeder beteiligte Berufsstand der Wichtigste. Regie? Schauspieler? Casting Director? Ist sie, er derWichtigste? Was überhaupt macht ein Casting Director? Zunächst einmal bewirbt er sich um seine Rolle. Es ist diejenige, die Darsteller auszuwählen, die sich bei ihm dann bewerben. In diesem Filmist es die Britin Zora, die lange genug in Los Angeles lebt, um sich mit der nonchalanten Härte derEngelsstadt und Traumfabrik zu umgeben. Sie wird Casting Director eines irgendwie geartetenscheinbar unabhängig zu produzierenden Films. Und mit ihrem Amtsantritt erleben wir, wie die Maschinerie anläuft. Wir sehen Spezialkuriere, die den ganzen Tag nur für die Filmindustrie TonnenPapier hin- und herfahren, wir sehen Spezialfirmen, die Drehbücher konzentriert aufbereiten undsie via RSS an Agenten schicken, wir sehen Spezialfotografen, die sich dem „Headshot“ verschrieben haben, das ist das Porträt, mit dem man die begehrte Rolle zu bekommen versucht.Wir sehen Schauspieler-Gewerkschaftssekretärinnen, die beklagen, daß nur 20% der Mitglieder von ihrer Arbeit leben könnten. Dem entgegnet eine Disney-Dame, daß 80% der Mitglieder ja gar keineSchauspieler seien. Wir hören, daß der Plan, nach L. A. zu kommen und dort als Schauspieler Karriere machen zu wollen, der größte Schwachsinn überhaupt ist. Und wir erleben April Kian, sietrifft aus Singapur in Los Angeles ein und will Schauspielerin werden! Mit ihrem schweren asiatischen Akzent und ihrem betörenden Aussehen sieht sie sich als zweite Lucy Liu mit Oscar-Chancen. Wird der Traum wahr? Am Ende dieses Films steht kein Scherben- sondern ein Papierhaufen, ja ein Papierberg. Ein Berg des Scheiterns, der Hoffnungslosigkeit, der Trauer.Und auf der anderen Seite sind diejenigen, die es geschafft haben, wenn auch nur für eine Sekunde inder Weltgeschichte. Und diejenigen, die niemals aufgeben.