Sie leben in New York und sie leben vom Kino, eine Gruppe von Leuten, die Film, Film, Film als Leidenschaft haben. Sie richten ihr Leben nach den Spielplänen der Kinos in der Stadt, in der ständig mindestens ein Filmfestival stattfindet. "Heavy User" kann man sie nennen, die, die oft fünf und mehr Filme pro Tag sehen. Manche sehen nur neue Filme, manche sehen bestimmte Filme immer wieder, manche verehren Resnais und Antonioni, andere nicht. Einer sagt: "Nur weil ein Film langweilig ist, muß er noch kein Meisterwerk sein." Andere von ihnen würden das Gegenteil behaupten. Oder: "Ich hatte seit Jahren keinen Sex, aber dafür 1.000 Filme gesehen." Sie sind neugierig und eigenbrötlerisch, verschroben und offen. Man sollte sich vielleicht nicht mit ihnen über Filme unterhalten, weil man sonst dem Gespräch nicht mehr entkommt. Oder sie nicht daran hindern, ins Kino zu gehen. Einer bereitet sich systematisch auf seine Kinotage vor, hat Aufputschmittel für die Nachmittage dabei und Schlaftabletten für später, die er noch im Kino nimmt, um dann zu Hause schnell zur Ruhe zu kommen. Gegen die Kälte schützt er sich auch im Sommer mit Rheumawäsche, ein Tick, der bei den anderen nur Kopfschütteln hervorruft. Man sieht diese vermeintlichen Spinner mit großer Sympathie, sie reden selten Unsinn, sondern sehr klar, und sie sind vor allem der Beweis, daß man -- zumindest in New York -- mit Offenheit sehr viel weiter kommt. Überleben durch Neugier.