Drei Wochen nach dem Paradies
erhältlich für Kinos

USA
2001
Buch/Regie
Israel Horovitz
Kamera
Ben Wolf
Mitwirkende
Israel Horovitz
Laufzeit
55 min.
Medium
Beta PAL und SVHS PAL
Farbe
Farbe
Fassung
Originalversion (englisch) mit deutschen Untertiteln
Kinostart
5.9.2002

Das Trauma des 11. September 2001 bringt in diesem Monolog des New Yorker Autors Israel Horovitz einen Mann zum Reden. In seinem intimen Selbstgespräch nimmt er die Perspektive des Zeitzeugen, des Privatmannes und Familienvaters ein. Nur ein dünnes Zeitpolster von drei Wochen trennt ihn vom Attentat und er rekapituliert, wie ihn die Nachricht vomAnschlag auf das World Trade Center buchstäblich vom Frühstückstisch gerissen hat, wie sie ihn in Sorge und Panik um seinen jüngsten Sohn versetzt hat, der in unmittelbarer Nähe zur Schule geht, wie er sich zugleich als Teil einer Schicksalsgemeinschaft plötzlich völlig neu mit der Stadt New York identifiziert.

In einer Mischung aus ungläubig distanzierter Beobachtung und tiefer persönlicher Betroffenheit gibt dieses Stück eine detailgetreue Momentaufnahme wieder, registriert es eigene und fremde Reaktionen, Ausbrüche von irrationalen, neurotischenÄngsten und Strategien mit dem namenlosen Schrecken umzugehen, erste vorsichtige Verarbeitungsversuche. Die allerorten zu beobachtende Konjunktur des Sternenbanners wird als lächerlich hilflose Geste auf die Schippe genommen, wenn sich der Sprecher vorstellt, wie bin Laden beim Anblick der Fahnen entsetzt aufschreit: "Laßt uns lieber einpacken!Die Typen haben eine ganz gefährliche Beflaggung!"