Rubljovka ist die Verkehrsader, die das Zentrum der Macht Moskau mit der russischen Provinz verbindet. Die Gegend um die Rubljovka zog in allen Zeiten wie ein Magnet die herrschende Elite an: Zaren, Diktatoren, Präsidenten. Auch dasehemalige Staatsoberhaupt Putin wohnt naturgemäß hier. In Putins Russland istRubljovka zum Synonym von Reichtum, gesellschaftlichem Aufschwung und dekadenter Lebensart geworden. Spuren der Vergangenheit und die grotesken Auswüchse des russischen Raubtierkapitalismus bilden hier einen bizarren Mikrokosmos, den es sonst nirgendwo im Riesenreich gibt. Neureiche Emporkömmlinge haben die Grundstückspreise an der Rubljovka in exorbitanteHöhe getrieben. Jetzt ist der Krieg um die wenigen noch vorhandenen Fleckchen Boden ausgebrochen. Die letzten Hütten der Armen müssen den Palästen derReichen weichen, mit Methoden, die kaum unlauterer und brutaler sein könnten.
Der russische Staat, der durch die Ölmilliarden ein imperiales Comeback feiert, hatdie Schwachen und Armen zum Abschuß freigegeben. Sie fühlen sich "wie Indianerim Reservat". Und kaum einer wagt noch, dagegen zu protestieren. Kein Wunder.Rubljovka ist ein streng überwachter Hochsicherheitstrakt, wo vieles verschwiegenund verheimlicht wird.
Trotz mühsam erkämpfter Drehgenehmigungen wurde das Filmteam permanent vom russischen Sicherheitsdienst FSB, der Verkehrspolizei und von sämtlichenWachdiensten behindert und bedroht. Vieles mußte mit versteckter Kamera gedrehtwerden. Der Film ist dennoch entstanden.
Verlierer und Profiteure, Reiche und Arme, die Mächtigen und ihre Marionetten werden von der Kamera in ihrem Alltag begleitet, in dem sich die sozialenGegensätze immer mehr verschärfen. Der Film zeichnet ein gesellschaftliches Porträt des heutigen Russlands, in dem Putins "gelenkte Demokratie" immer mehr diktatorische Züge gewinnt.
| 18. November 2009 : Uhr 31. Dezember 2010 : Uhr | 10437 Berlin: KINO KROKODIL, Greifenhagener Straße 32 | bis auf Weiteres |
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