Rubljovka -- Straße zur Glückseligkeit
erhältlich als Kauf-DVD und für Kinos

Bundesrepublik Deutschland
2007
Produzent
Wolfgang Bergmann
Buch/Regie
Irene Langemann
Kamera
Maxim Tarasjugin
Kameraassistent
Sergej Alechnowitsch
Ton
Alexander Iwanow
Line Producer Russland
Tatjana Petrik
Montage
Kawe Vakil
Musik
Michael Langemann
Mitwirkende
Roma Romanow, Marusja Agiewa, Shanna Bullock, Nikas Safronov, Helen Yarmak, Galina Schostakowitsch, Mstislaw Rostropowitsch, Oleg Stupenkow
Laufzeit
94 min.
Farbe
Farbe
Medium
35mm, Festplatte und DVD
Fassung
Originalversion (russisch) mit deutschen Untertiteln
FSK
ohne Altersbeschränkung
Kinostart
13.12.2007

Rubljovka ist die Verkehrsader, die das Zentrum der Macht Moskau mit der russischen Provinz verbindet. Die Gegend um die Rubljovka zog in allen Zeiten wie ein Magnet die herrschende Elite an: Zaren, Diktatoren, Präsidenten. Auch dasehemalige Staatsoberhaupt Putin wohnt naturgemäß hier. In Putins Russland istRubljovka zum Synonym von Reichtum, gesellschaftlichem Aufschwung und dekadenter Lebensart geworden. Spuren der Vergangenheit und die grotesken Auswüchse des russischen Raubtierkapitalismus bilden hier einen bizarren Mikrokosmos, den es sonst nirgendwo im Riesenreich gibt. Neureiche Emporkömmlinge haben die Grundstückspreise an der Rubljovka in exorbitanteHöhe getrieben. Jetzt ist der Krieg um die wenigen noch vorhandenen Fleckchen Boden ausgebrochen. Die letzten Hütten der Armen müssen den Palästen derReichen weichen, mit Methoden, die kaum unlauterer und brutaler sein könnten.

Der russische Staat, der durch die Ölmilliarden ein imperiales Comeback feiert, hatdie Schwachen und Armen zum Abschuß freigegeben. Sie fühlen sich "wie Indianerim Reservat". Und kaum einer wagt noch, dagegen zu protestieren. Kein Wunder.Rubljovka ist ein streng überwachter Hochsicherheitstrakt, wo vieles verschwiegenund verheimlicht wird.

Trotz mühsam erkämpfter Drehgenehmigungen wurde das Filmteam permanent vom russischen Sicherheitsdienst FSB, der Verkehrspolizei und von sämtlichenWachdiensten behindert und bedroht. Vieles mußte mit versteckter Kamera gedrehtwerden. Der Film ist dennoch entstanden.

Verlierer und Profiteure, Reiche und Arme, die Mächtigen und ihre Marionetten werden von der Kamera in ihrem Alltag begleitet, in dem sich die sozialenGegensätze immer mehr verschärfen. Der Film zeichnet ein gesellschaftliches Porträt des heutigen Russlands, in dem Putins "gelenkte Demokratie" immer mehr diktatorische Züge gewinnt.

Pressestimmen

"In bestens recherchierten Aufnahmen von alten Bewohnern, Straßenpolizisten, Gastarbeitern und Neureichenadel zeichnet der Film ein faszinierendes, vielseitiges Bild der heutigen russischen Gegenwart und ihrer Widersprüche."
epd Film
"(Der) Film hat einen Nerv getroffen; obwohl er von Politik kaum spricht, obwohl er sich dem widmet, was man so harmlos Gesellschaft nennt, hat er einen politischen Subtext, nicht nur, weil er auf sehr diskrete Weise mit Putins Omnipräsenz spielt."
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
"Die pointierte Auswahl ihrer Gesprächspartner und die konfrontierende Montage von Wirklichkeitspartikeln erlaubten es Irene Langemann, auf einen Off-Kommentar zu verzichten. Das dokumentarische Material, klug strukturiert, spricht für sich selbst."
film-dienst
"In impressionistischen Szenen, bei teilweise dämonischer Musik und unter Verzicht auf direkte eigene Kommentare lässt die Autorin und Regisseurin den bizarren Mikrokosmos der Straße aufleben. Wie unter einem Brennglas scheinen dort die Kontraste zwischen enthemmtem Neureichtum und darbenden Arbeitern und Rentnern im Putin-Staat zu kulminieren."
Ulrike Cordes, dpa, bei stern.de
"Stark ist der Film aber vor allem, wo er über diese sattsam bekannten Stereotype hinausgeht, wo er Charaktere porträtiert, für deren Zusammenstellung Langemann großer Respekt gebührt."
Der Tagesspiegel
"Es ist ein schöner Film, wunderbar fotografiert, erstaunlich nahe dran an den Personen, weswegen sich Langemann jeden Off-Kommentar erspart. Sie führt die die im Turbokapitalismus zu Reichtum und Macht gelangten nicht vor, denunziert sie nicht." "
Frankfurter Rundschau

Jetzt im Kino

18. November 2009 : Uhr 31. Dezember 2010 : Uhr 10437 Berlin: KINO KROKODIL, Greifenhagener Straße 32 bis auf Weiteres
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